Wie ein Licht, das den Morgen bringt!
Weil ich Menschen begegne, die im Dunkel des Tunnels das Licht am Ende sehen wollen, die trotz Wüste zur nächsten Oase unterwegs bleiben, die ohne Maske in Echtheit auf andere zugehen, glaube ich an das Licht, das den Morgen bringt.
Weil ich Situationen erfahre, in denen die gesprungenen Knospen den Winterrückfall überstehen, in denen aus der Steinmauer farbenfrohe Blumen wachsen, in denen ein Augen-blick alles verändert, in denen eine zärtliche Berührung alles fließen lässt, erwarte ich das Licht, das den Morgen bringt.
Weil ich in meinem Alltag erleben darf, dass ein vom Leben geschundenes Kind mir eine Zeichnung schenkt, dass eine Frau mich spontan umarmt, weil sie wieder Sinn finden darf, dass ein Mensch im Sterben mich zum Leben mahnt, erlebe ich das Licht, das mir den Morgen bringt, bezeuge ich das Licht, das auch euch den Morgen bringen kann.
Liebe Emily und lieber Frederic! Liebe Mama von Thomas und liebe Familie!
Ich hab mir diesen Text “ausgeborgt” von Franz Schmatz, aber erleben durfte und darf ich wirklich, was da drinnen steht.
Ja, ich glaube, dass auch nach dem endlosesten Karfreitag der Ostersonntag kommt. Ich glaube, dass über Thomas und über uns alle ein Licht aufgeht, das den Morgen bringt, neues Leben und eine Zukunft, die auf uns wartet!
So erschütternd, plötzlich, tragisch und endgültig der Tod und der Abschied von Thomas sind - bei eurer Parte, dem Sterbebild, den Texten und Bildern spürt man so viel von eurer Liebe durch. Das ist sehr berührend.
Ja, das Leben von Thomas, wie es war, ist für immer zu Ende. Das ist sicher. Aber tief drin in Thomas, war und ist etwas, das nicht einmal der Tod zerstören kann. Der Abschied ist endgültig - aber er ist nicht das Letzte!
Ich wünsche euch allen, dass ihr die harte Trauerzeit, wo oft auch einiges hochkommt, möglichst gut übersteht. Dass diese Zeit für euch nicht nur furchtbar, einsam und sehr herausfordernd ist, sondern vielleicht sogar fruchtbar wird, dass für euch etwas Neues, Gutes daraus wächst.
Ich wünsche euch viel Kraft, Mut, Zeit, Geduld mit euch selber, auch Zuversicht, immer wieder die Erfahrung von Nähe, Liebe und Geborgenheit, die euch trägt, tröstet, wärmt und stützt.
Mir gefällt die Gedenkkerze hier nicht so besonders, ich zünde daheim eine andere, bunte an (so eine Lotusblume aus dem Weltladen) - und denke dabei an euch und an euren Thomas!
Ich bin ihm sehr dankbar und freue mich, dass ich ihm begegnet bin. Ich danke Thomas für seine Wärme, seine Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft, es war auch oft lustig mit ihm. Thomas hat unsere gemeinsame Freundin Maria oft besucht und ihr geholfen, als sie krank war, da haben wir uns öfter getroffen. Euch, liebe Emily und lieber Frederic, hat er von Herzen geliebt! Das hab ich schon mitbekommen, als ihr noch ganz klein und jung wart! Ich glaub, er hat getan, was er konnte, nach seinen Möglichkeiten. Ich bin Thomas dankbar für seinen guten Käse, das schöne Holzschneidbrett, das immer noch in meiner Küche ist und wo ich beim Schneiden immer an ihn denke - nun in Zukunft auch an euch alle!
Alles, alles Gute für euch und ich begleite euch im Herzen!
Viele liebe Grüße aus Rohrendorf,
Gudrun