Liebe Familie Prinz-Reiterer,
ich bin tief berührt, nachdem ich das Interview mit Ihnen, liebe Frau Prinz, gehört habe. Nach einer Viruserkrankung war ich vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation, rannte von einem Arzt zum anderen - aber niemand glaubte mir, niemand konnte mir helfen. Nach zwei Jahren wurde es dann, warum auch immer, besser. Ich hätte das auch Samuel, obwohl ich ihn leider nicht kennengelernt habe, so sehr gewünscht.
Auch wenn nichts eure Trauer lindern kann, könnt ihr sehr stolz auf Samuel sein. Ich bewundere ihn für seinen Mut und seine Stärke. Er wird immer ein Teil von euch sein.
In Gedenken an Samuel möchte ich euch dieses Gedicht schreiben, das mir schon oft Trost gespendet hat, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist:
Ein Schiff segelt hinaus und ich beobachte, wie es am Horizont verschwindet.
Jemand an meiner Seite sagt: „Es ist verschwunden.“
Verschwunden wohin?
Verschwunden aus meinem Blickfeld – das ist alles.
Das Schiff ist nach wie vor so groß wie es war, als ich es gesehen habe.
Dass es immer kleiner wird und es dann völlig aus meinen Augen verschwindet, ist in mir,
es hat mit dem Schiff nichts zu tun.
Und gerade in dem Moment, wenn jemand neben mir sagt, es ist verschwunden, gibt es Andere, die es kommen sehen, und andere Stimmen, die freudig aufschreien:
„Da kommt es!“
Das ist sterben.